Freitag, 9. Januar 2009

Zweitausendneun.

Und wieder ist ein Jahr voller technischer Neuerungen vorbei.
Die NASA will auf dem Mond Iglus aus Staub bauen, Handys sind mittlerweile kleiner als Herzschrittmacher und auf Autobahnen erkennt man die richtig armen Schweine nachts daran, dass sie kein leuchtendes Navi-Display an der Frontscheibe pappen haben.
Die weite Welt des Internets stellt ja eigentlich auch nichts Neues mehr dar – dachte ich zumindest. Denn dazu müsste man erst mal ins Internet kommen.

Aufgrund meines bevorstehenden Umzugs nach Pfaffenweiler (idyllisch und pittoresk direkt am Weinberg – zu deutsch: mitten am Arsch der Pampa, dafür aber guter Wein) habe ich mich mal nach einem neuen Lieferanten für das Internet umgesehen. Die üblichen Verdächtigen (Alice, Arcor, etc) mussten leider passen, ich würde „außerhalb ihres Versorgungsgebietes“ sein – hört sich so ein bischen nach 3. Welt und Auffangslager an.
Im September trudelte ich jedoch in den Vodafone Shop Heidelberg – der Typ mit Hemd und Namensschildchen versicherte mir nach Befragung seines Computers, das wäre alles kein Problem, ab November können sie überall hin liefern, wo die Telekom ein Netz hat.
Umzugstermin war der 20.10, also nur gut 10Tage ohne Internet, das wird man ja schaffen können – dachte ich mir - also schnell den Vertrag unterzeichnet.

Anfang November in der neuen Wohnung meldete sich aber irgendwie keiner bei mir. Also auf der Arbeit zur Vodafone-Homepage und erstmal eine Hotline-Nummer gesucht. Wusstet ihr, dass man die Telefonnummern von den großen Telefongesellschaften praktisch nur über Suchmaschinen bekommt?
Die Dame in Callcenter wusste jedenfalls nix von einem Auftrag, der „sei wohl nicht übermittelt worden“.
Super.
Ich habe dann bei Ihr alles nochmal telefonisch geordert und bekam über die nächsten 4 Wochen dann regelmäßig tolle Infobriefe: Auftragseingang, Schufa-Auskunftsbevollmächtigung, ach ja – einen normalen Telekomanschluss musste ich auch noch ordern, den würde Vodafone für mich dann "spätestens nach ner Woche" kündigen. So Mitte Dezember hatte ich dann also zumindest ne Telefonnummer, wenn auch von der Telekom. Ein paar Tage später ging dann ein Brief von Vodafone ein, der mir sagte, dass mein Auftrag leider nicht ohne Telefonnummer bearbeitet werden könne und deshalb storniert würde.
Also wieder Rückruf bei der Hotline: „Nein der Vertrag wäre nicht storniert, der würde jetzt bearbeitet werden“ - leider wohl nicht zu meinem Vorteil, denn wieder ein paar Tage später kam ein Brief mit einer totalen Absage, für Vodafone wäre es technisch nicht machbar, mir auch nur ein bischen Internet zu liefern. Die Dame im Callcenter erklärte dies mit der veralteten Technik hier im Dorf.
Vollspassten!

Also blieb mir nichts übrig, als doch den verhassten Abzockerverein Telekom zu beauftragen, natürlich telefonisch. Das lief auch erstaunlich gut, ich orderte Internet-flatrate (mit unglaublichen 1MB, das ist technisch hier das Maximum) und nen normalen Telefontarif. Am heiligen Morgen bekam ich das Päckchen mit dem ganzen Hardwaregeraffel (inklusive Router mit fascher Installations-CD) und einen Brief mit Passwort, Freitschalttermin (12.01) und der Info, dass ich die Telefon-Flatrate und bezahl-Internet bestellt hätte (war das nicht andersrum?). Ach ja, und noch den Techniker-Termin (natürlich während der Arbeitsszeit in der Woche).

Techniker?
Hat der Typ in der Hotline nicht gesagt, ich müsste nur die Hardware installieren, Techniker nicht nötig?

Also wieder angerufen: „Doch der Techniker müsste in die Wohnung zur Telefondose was freischalten“. Scheisse, dachte ich mir, da musst du wohl nochmal den Termin ändern. „Das geht aber unter ner anderen Telefonnummer“, klärte man mich auf. Also die andere Nummer angerufen und nach ner Terminverschiebung gefragt. „Termin für den Techniker? Den brauchen sie nicht, da muss ja gar keiner raus. Das geht dann einfach so“. Super, freute ich mich und schloss dann mal einfach so dieses ganze Geraffel von Splitter und Router an – leider funktionierte das dann aber doch nicht einfach so – als wieder die Hotline. „Nein das geht noch nicht, erst wenn der Techniker da war“. Ich dachte, da kommt jetzt doch keiner in die Wohnung?? „Nein nicht in die Wohnung, aber am Schaltkasten im Ort müssen sie freigeschaltet werden“. Ja ok, dann warte ich eben bis zum 12.101.

Am 07.01 bekomme ich mal wieder nen Brief von der Telekom: Leider können wir Ihren Anschluss nicht realisieren und stornieren damit Ihren Auftrag. Mir ging echt die Hutschnur hoch – wieder die Hotline: „Nein, der Vertrag ist nicht storniert, ich frag mal eben die Störungsstelle .... nein, die wissen da auch von nichts, der Vertrag wird am 12.01 freigeschaltet..“

Am 08.01 bekomme ich ein neues Paket von der Telekom, diesmal noch ein Splitter (hab ich doch schon..) und mein Passwort zur Freischaltung (hatte ich auch schon, das jetzt ist aber ein anderes...) und im Postkasten liegen zwei Briefe, vollkommen identische Briefe: „Mein Vertrag sei jetzt ja auf Internet-Flatrate und bezahl-Telefon umgestellt worden.

Heute ist der 09.01 und ich traue mich nicht, bei der Hotline nach dem Vertragsstatus zu fragen...

Willkommen in 2009!